Thorsten Dietz / Claire Désenfant - age consult



Ausländische Fachkräfte als eine Antwort auf den (Pflege-)Fachkraftmangel

Der Fachkraftmangel ist nicht nur in der Pflege son­dern all­ge­mein in der Wirtschaft bri­sant. Die Lage  wird sich in den kom­men­den zehn Jahren auf­grund des demo­gra­phi­schen Wandels noch erheb­lich ver­schlim­mern. Am 24.07.2010 hat McKinsey aus einer Studie zitiert, wonach allein in Baden-Württemberg 600.000 zusätz­li­che Fachkräfte bis 2020 gebraucht wer­den, um den Standard zuhal­ten, den es jetzt hat.

Annette Schavan sag­te am 25.07.2010 im Deutschlandfunk, dass Angesicht des gra­vie­ren­den Fachkraftmangels in der Bundesrepublik die Immigrationsmöglichkeiten für qua­li­fi­zier­te Ausländer erleich­tert wer­den müs­sen. Sie nann­te nicht nur die Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für die betrof­fe­nen Fachkräfte, son­dern auch Erleichterungen bei der Familienzusammenführung: Aufenthalt- und Arbeitserlaubnis eben­falls für den/die Ehepartner/in und Kindergarten- bzw. Schulplätze für die Kinder.


Dieses sind ers­te gut gemein­te Schritte, die aber von der Agentur für Arbeit auch umge­setzt wer­den müs­sen. Erfahrungen zei­gen, dass die­se sich immer noch sehr schwer tut, aus­län­di­schen Pflegekräften eine Arbeitserlaubnis zu gewäh­ren, selbst sol­chen Kräften, die zwar aus der EU kom­men, deren Länder aber noch nicht so genann­te voll Mitglied sind.

Wir for­dern:

  1. Die Anerkennung von qua­li­fi­zier­ten aus­län­di­schen Ausbildungen zur Pflegefachkraft. Denn was nutzt es, eine Pflegefachkraft aus dem Ausland zu holen, wenn deren Ausbildung nicht aner­kannt ist. Sicher muss abge­wo­gen wer­den, wel­che Ausbildungen unse­rer gleich­wer­tig ist. Es kann aber nicht sein, dass aus­län­di­sche Pflegefachausbildungen pau­schal abge­tan wer­den, wäh­rend in Deutschland ein ekla­tan­ter Pflegefachkraftmangel herrscht.
  2. Nicht nur die Familienzusammenführung im Sinne von Frau Schavan, sprich Ehepartner und Kinder, tut not. Auch die Eltern, die auf die Hilfe und Unterstützung ihrer Kinder ange­wie­sen sind, müs­sen die Einreiseerlaubnis nach Deutschland erhal­ten. Dieses wäre eine adäqua­te und wür­di­ge Reaktion auf die Probleme des demo­gra­phi­schen Wandels, der an den deut­schen Grenzen nicht halt macht.
  3. Erleichterung bei der Vergabe von Aufenthalts- und Ausbildungserlaubnis. Wenn hier zu Lande zu wenig Jugendliche sich für eine Ausbildung zur Pflegefachkraft ent­schei­den, müs­sen wir nicht nur Überzeugungsarbeit in deren Richtung leis­ten. Wir müs­sen unse­re Grenzen auch für aus­län­di­sche Ausbildungswillige öff­nen.

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